Philipp-Schmitt-Schule eröffnet neuen Snoezelraum

In der Dillinger Philipp-Schmitt-Schule wurde ein ganz besonderer Raum für die Schüler eröffnet. Direktorin Karin Brombacher, Bürgermeister Franz-Josef Berg und Staatssekretärin Andrea Becker haben mit Schülern und Eltern den neuen Snoezelraum eingeweiht.

Snoezelen wurde in den 1980er vermehrt praktiziert und erlebt heute wieder eine Renaissance. Das Fantasiewort setzt sich aus den englischen Wörtern „snooze“ und „doze“ zusammen und bedeutet so viel wie „dösen“. Im speziell eingerichteten Snoezelraum erfahren die Kinder Entspannung, aber auch eine aktive Sinnesschulung, erklärt Brombacher. Die Lehrer der Grundschule setzen den Raum in Entspannungs-AGs etwa beim Yoga ein.

Snoezelen_web_logoRiechen, fühlen, hören, sehen – alle Sinne werden in dem Raum angesprochen. Der etwa 50 Quadratmeter große Raum ist komplett in weiß gehalten. Zum snoezelen wird das Licht gedimmt, leise Musik und bunte Projektionen an den Wänden wirken entspannend. Auf bequemen Polstern oder dem großen Klangbett können die Kinder die Ruhe genießen und die besondere Stimmung erfahren, die durch die Wassersäule oder die Lichtdusche hervorgerufen werden. Die 11jährige Zeynep erklärt begeistert wie es funktioniert: „Erst werden die Lichter ausgemacht, dann machen wir es uns gemütlich, die Wassersäule und die Diskokugel werden angemacht.“ Und Nikita fügt hinzu: „Wir sind eine ganze Schulstunde dort drin, bekommen Bücher vorgelesen oder hören leise Musik.“ Beide sind sich einig: „Danach sind wir sehr erholt!“. Den Schülern gefällt die alternative Raumgestaltung und das Entspannungserlebnis. Die Stunde im Snoezelraum beginne immer mit einer Sinneserfahrung. Die Kinder dürfen etwas tasten, schmecken oder hören. Danach folge die Entspannungsphase, erklärt Claudia Mohr, Förderschullehrerin.

Das Konzept wird häufig an Förder- und Inklusionsschulen angewandt. Auch in der Philipp-Schmitt-Schule ist die Idee durch die Inklusionsdebatte aufgekommen. „Wir wollten den Fokus auf die alternative Raumgestaltung und das Lernen in einer ruhigen und konzentrierten Umgebung legen, was für die Schüler sehr wichtig ist“, so Brombacher. Der Raum stehe allen 150 Schülern der Schule offen.

Durch das Engagement der Lehrerschaft und der Eltern konnte der Raum realisiert werden: Beim Wettbewerb einer Versicherung, bei dem es darum ging, für eine gute Projektidee Unterstützer zu finden, gewann die Schule 10.000 Euro. „Unsere Projektidee hatte so viele Fans, dass wir am Ende auf den ersten Platz kamen“, erzählt Brombacher stolz. „Wir haben unseren Traumraum gewonnen.“ 2500 Euro hat die Stadt Dillingen dazugegeben, 500 Euro kamen vom Förderverein und 1000 Euro haben verschiedene Firmen gespendet. Die restlichen 2000 Euro erließ die Firma, die den Snoezelraum baute, der Schule. So hat die Einrichtung des Raumes 16.000 Euro gekostet.

Bürgermeister Berg lobte das Engagement der Schule, die bereits tolle Arbeit im Bereich der Inklusion leiste. Staatssekretärin Becker betonte, es sei wichtig, dass Schulen auch ihren Blickwinkel ändern, was Lernorte angehe.