Gedichte in „Kirper“ Mundart im Gesamtwerk erschienen

Lange Zeit gerieten Dialekte in Gefahr, heute erleben sie dagegen wieder eine Renaissance, werden gepflegt und bewahrt. In Körprich ist nun ein Buch erschienen zur Erinnerung an den Ehrenbürger der Gemeinde Nalbach Georg Colesie, der im Jahr 2000 verstorben ist. Er befasste sich nicht nur mit der Geschichte Nalbachs und seiner Ortsteile, sondern auch mit dem Körpricher Dialekt. Der Reinerlös aus dem Buchverkauf geht an den Historischen Verein der Gemeinde Nalbach.

Georg Colesie verfasste Gedichte in Mundart, beteiligte sich auch am Mundartwettbewerb „Der Goldene Schnawwel“, in dem er 1991 mit dem höchsten Preis ausgezeichnet wurde. Zu seinem 100. Geburtstag haben seine Kinder, Ingeborg Wetzel-Colesie und Gerhard Colesie, nun seine Werke in Mundart zu einem Buch zusammengefasst. „Dat Lombenkirprich“enthält Gedichte und Geschichten in Körpricher Platt, manches erfunden, aber auch vieles Wahre. Vor allem ältere Generation finden viele Erinnerungen an Körpricher Traditionen, jüngere Generationen erhalten einen Einblick in vergangene Zeiten des Dorfes. „Unser Vater hat immer schon geschrieben, während seines ganzen Lebens in Körprich“, erzählt Ingeborg Wetzel-Colesie. Dabei war Colesie kein Körpricher und sprach auch selbst kein Dialekt. „Er konnte Dialekt nur schreiben“, so Wetzel-Colesie.

Colesie

Gerhard Colesie, Albert Steinmetz und Ingeborg Wetzel-Colesie präsentieren die Gedichtesammlung „Dat Lombenkirprich“ von Georg Colesie. (c) Angelina Bach.

Colesie wurde 1915 in Friedrichsthal geboren und heiratete 1942 seine Jugendliebe Helene Müller aus Körprich. Nach dem Krieg lies er sich im Elternhaus seiner Ehefrau nieder. Er hat schon früh den Wert des Dialekts erkannt, der ein Heimatgefühl vermittelt, aber auch regionale Identität schafft. Neben seinem Interesse an den Menschen und ihrer Sprache, beschäftigte er sich auch mit den Sagen in und um Körprich und mit der Geschichte Nalbachs. Die Ergebnisse seiner 14jährigen Forschungsarbeit hat er in dem Buch „Geschichte des Nalbacher Tales – Eine saarländische Heimatgeschichte“ zusammengefasst und dafür den Kulturpreis des Landkreises Saarlouis erhalten. 1996 wurde er zum Ehrenbürger der Gemeinde Nalbach ernannt.

Albert Steinmetz, Vorsitzender des Historischen Vereins der Gemeinde Nalbach, lobte die Arbeit Colesies und betonte die Relevanz seiner Forschungen für Nalbach und den Landkreis Saarlouis. „Er ging mit einer wissenschaftlichen Gründlichkeit und Hartnäckigkeit vor. Seine korrekte und zuverlässige Art bleibt mir immer in Erinnerung“, so Steinmetz.