„Einmal MPG-ler, immer MPG-ler“

Einfach ist es für Dr. Jürgen Hannig, Leiter des Max-Planck Gymnasiums (MPG) in Saarlouis nicht, in den Ruhestand zu gehen. Bereits vor zweieinhalb Jahren hatte er seine Stelle verlängert, eine Verlängerung ist jetzt allerdings nicht mehr möglich, obwohl er wohl gerne noch die Feier zum 50jährigen Bestehen der Schule geleitet hätte. Nach 25 Jahren als Direktor am größten Gymnasium im Saarland wurde er Ende Januar verabschiedet.

Gerne schaut Hannig auf die lange Zeit am MPG zurück und auf das, was die Schule in dieser Zeit erreicht hat. In der 25jährigen Amtszeit des promovierten Mittelalter-Historikers hat das Gymnasium viele Veränderungen erlebt. Zu ihren Anfangszeiten war die Schule ab 1965 ein „Staatliches Aufbaugymnasium“, auf dem besonders begabte Realschüler die Möglichkeit hatten, ihr Abitur zu machen. Heute ist es das größte Gymnasium im Saarland, auf dem zur Zeit etwa 1200 Schüler unterrichtet werden. Der Schwerpunkt lag bereits vor der Zeit Hannigs auf den Naturwissenschaften und der Sprache Englisch. „Das besondere Bildungsprofil der Schule blieb bis heute erhalten.“, erklärt Hannig. Und wurde weiterentwickelt: Nicht nur räumliche Umgestaltungen hat die Schule erfahren, sondern auch viele pädagogische Neuerungen. Besonders die MINT-Fächer, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, werden am MPG gefördert. Auf eine moderne technische Einrichtung wird großen Wert gelegt.

Hannig1_web_logoDie Förderung der Schüler lag Hannig immer sehr am Herzen. Während seiner Amtszeit sind viele verschiedene Projekte auf den Weg gebracht worden. Arbeitsgruppen, Stützkurse und pädagogische Unterstützungssysteme fördern besondere Talente der Schüler und passen das Lernen individuell an die Schüler an. Andere Programme fördern die Entwicklungen der Schüler in der Zukunft, helfen bei der Berufswahl oder bereiten sie auf die voranschreitende Globalisierung vor. Programme wie MPG AKKU für kurzfristige Unterstützung bei Lernrückständen, KOUS zur Berufswahl und Berufsfindung oder die AG China, die den Schülern nicht nur Lernen der chinesischen Sprache ermöglicht, sondern auch einen Aufenthalt an einer chinesischen Schule.

„In den letzten Jahren hat sich das Verständnis von Schule gewandelt. Die Schule ist heute das Lebensumfeld der Kinder und Jugendlichen“, erklärt Hannig. „Das soziale Leben, die sozialen Kontakte und die Freizeit spielen sich in der Schule ab.“ Aus diesem Grund müsse auch die Lernatmosphäre diesem Wandel angepasst werden. Das Schulgelände bietet viele Ruhezonen, aber genauso auch Aktivitätszonen als Ausgleich zum Schulalltag, die neue Mensa, das Max Inn, wurde erst vor kurzem fertiggestellt.

Besonders stolz ist Hannig auch auf die traditionellen Aprilscherze, die jedes Jahr am 01. April stattfinden und mit großem Aufwand geplant werden. Ein Streichelzoo auf dem Schulgelände, Unterricht im Liegen oder neue Schuluniformen für die Schüler- bei diesen Aktionen waren sowohl Schüler als auch Lehrer immer mit Begeisterung dabei und schauen gerne darauf zurück. „Die Identifikation der Schüler mit der Schule ist mit sehr wichtig“, sagt Hannig. Die Schüler sollen sich als Teil der Schule fühlen und auch immer ein Teil der Schule bleiben. „Bei uns sagt man ,Einmal MPGler, immer MPGler.’“, lacht Hannig. „Das wird auch für mich so bleiben. Ich habe mit dieser Schule gelebt, mit einer unheimlich guten Mannschaft um mich herum, mit der gute Entscheidungen getroffen wurden. Ich habe Freude gehabt und ich gehe mit dem Gefühl, etwas erreicht zu haben.“

Von seinem Nachfolger wünscht sich Hannig, dass er das MPG als MINT-Gymnasium weiterführt und bestärkt, und sich an die veränderten Bedingungen der Zeit anpasst, vor allem den Herausforderungen, die durch die neu strukturierte Bildungslandschaft aufkommen.

Für Hannig geht es nun erstmal nach Neuseeland zum Backpacking, ein Wunsch, den er schon seit langem hegt und sich nun in seinem Ruhestand erfüllt. Eine Wanderung, die er wohl auch nutzt, um in aller Ruhe auf seine Zeit am MPG zurückzuschauen.